Unsere Kategorien zur Katzenverträglichkeit

Äußerst aggressiv Es wird kein Katzentest durchgeführt-
die Gesundheit der Katze ist in Gefahr
Würde die Katze verletzen Es wird kein Katzentest durchgeführt -
die Gesundheit der Katze ist in Gefahr
Würde der Katze hinterherlaufen,
Situation ist unklar
Es sind keine eindeutigen Aggressionszeichen
zu erkennen
Würde der Katze hinterherlaufen,              
aber ohne Aggressionszeichen
Es ist wahrscheinlich, dass der Hund spielen
möchte, aber auch das kann gefährlich werden        
Indifferent                                                     Katze ist bekannt und interessant, wird als
Lebewesen wahrgenommen, mit dem man
nichts anfangen kann - also läßt  man es
Neutral  Katze ist völlig uninteressant -
Mensch oder Spielzeug ist viel interessanter
Ängstlich Der Hund hat Angst vor der Katze- er versucht
ihr auszuweichen und vermeidet die Nähe
Freundlich Hund küsst und herzt die Katze und in der Regel zeigen die Katzen, dass sie das toll finden

Es ist einfach so, dass wir die Hunde nur auf eine grundsätzliche Verträglichkeit testen können, aber nicht auf die spezielle mit der Katze bzw. den Katzen, mit denen der Hund leben wird oder soll. Und Katzen sind auch ganz ordentliche Persönlichkeiten, mit sehr unterschiedlichen Wesen. Also bedeutet der Test nichts weiter als die Aussage:

Dieser Hund geht mit gerade dieser Katze in gerade dieser Situation so um. Und nichts anderes.

Und schon gar nicht, dass der Hund Meerschweinchen, Kaninchen, Eichhörnchen, Hasen, Rehe oder andere Katzen als das Familienmitglied nicht jagt. Katzenverträglichkeit heißt nicht automatisch: jagt nicht.

Denn ein Hund unterscheidet klar zwischen drin und draußen und Familie und nicht Familie, also Rudel. Viele Hunde leben friedlich mit den Familienkatzen, hetzen aber intensiv alle anderen Tiere draußen hinterher, aus welchem Motiv auch immer.

Daraus eine grundsätzliche Katzenverträglichkeit oder Katzen unverträglichkeit abzuleiten ist falsch und für die Katzen im Zweifel lebensgefährlich. Nicht jedes Individuum harmoniert mit jedem Individuum. Wir Menschen mögen auch nicht jeden Menschen und Hunde mögen auch nicht jeden Hund – so ist das Leben nun mal.

Deshalb bedeutet die Aussage‚dieser Hund wurde katzenverträglich getestet’  keine allgemeine Erlaubnis: Ich brauche mich als Adoptivelternteil nicht mehr um diese Beziehung kümmern, das klappt schon. Ich habe jetzt eine Garantie bekommen. Im Gegenteil: Es ist eine Aufforderung, sich zu kümmern, aber diese ist mit positiver Prognose und der Info verbunden, dass wenn man sich kümmert, es sehr gute Vorraussetzungen gibt, dass es klappen wird.

   
 


Wie
machen wir den Katzentest?


1.)     Zu erst einmal mit hundeerfahrenen Katzen, die nicht sofort zuhauen, wenn ihnen was nicht passt. Ohne Kooperation der Katzen wäre das überhaupt nicht möglich und sie helfen wirklich toll mit.

2.)     In geschlossenen Räumen in der Regel. Nur wenn wir ganz sicher sind, dass der Hund auch draußen lieb ist (z.B. weil wir ihn sehr gut kennen, er schon länger da ist), auch dort.

3.)     Zuerst wird die Katze dem Hund überhaupt in einer Box gezeigt. Geht er schon auf die Box los, oder zeigt hier deutliche Aggressionszeichen (je nach Rasse z.B. Schwanz gerade hinten raus, lautloses Ohrenanlegen und entsprechende weitere Körpersprache) ist das Thema erledigt: Dieser Hund ist nicht katzenverträglich und zeigt sich aggressiv. Das Risiko weiter zu gehen ist für die Katze zu groß. Knurren heißt nicht automatisch alleine Aggression, kann auch Angst sein. Viele Hunde haben Angst vor Katzen!

4.)     Nächste Stufe: in entsprechender Entfernung wird von einer zweiten Person, während der Hund z.B. mit Leckerli abgelenkt wird und Befehle an der Leine übt, aus der Box geholt. Geht der Hund anstatt den Befehlen zu folgen auf die Katze los (was er nicht kann, ist ja an der Leine) ist der Test beendet. Freut er sich über die Katze, ist freundlich oder ignoriert die Katze, geht es weiter.

5.)     Hund und Katze werden spielerisch in die Nähe gebracht. Dabei wird weiter die Körpersprache des Hundes intensiv beobachtet, jedes Aggressionszeichen führt sofort zum Abbruch. Die Katzen helfen hier kräftig mit. Sie laufen immer weg, wenn ihnen der Hund nicht geheuert ist. Sie lassen sich abschlecken, küssen, beriechen und teilweise laufen sie sogar unter den katzenfreundlichen Hunden durch und schubbern sich an deren Beinen, wenn alles positiv läuft.

 

Ein positiver Katzentest bedeutet also nun, dass es vorstellbar ist, dass dieser Hund mit einer Katze oder mehreren Katzen leben kann.



Eine Katze in das Territorium eines Hundes einzuführen, ist einfacher als Sie denken, denn Hunde sind Rudeltiere. Den meisten Hunden können Sie beibringen, dass das Kätzchen von nun ab zu seinem Rudel gehört - sie verhalten sich ohne negative Vorgeschichte neutral oder uninteressiert. So hängt alles auch ganz stark von der Katze und ihrem Charakter ab. 

Der Hund wird gerade bei Katzenwelpen unter der richtigen Führung und Anleitung die Beschützerrolle auch dem Neuankömmling gegenüber übernehmen. Zwischen den beiden kann eine richtige Kumpanei entstehen. Versuchen Sie das Ziel zu erreichen, dass sich die Persönlichkeiten der beiden Tiere ergänzen, und seien Sie nicht zu impulsiv bei der Auswahl und haben Sie Geduld und lassen sich beraten.

Neben der Ruhe und Geduld gibt es eine wichtige Grundregel: Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser. Lassen Sie niemals die Fellgesichter unbeaufsichtigt, bis sie sicher wissen, dass alles klappt. Vertrauen sie keinem zu früh.

Egal wie gut oder schlecht die Sache verläuft: Es ist wichtig, dass Sie stets ruhig bleiben. Wenn Sie aufgeregt sind, wird sich das auf Ihren Hund übertragen.

Ihr Hund

Ihre neue Katze

großer Hund

mindestens 3 bis 4 Monate alt

Welpe, junger Hund

Welpe,
Jungkatze,
keine selbstbewusste, im Mittelpunkt stehen wollende ältere Katze.
(Gefahr besteht, dass der Welpe unterdrückt wird, sich verkriecht und ängstlich wird.)

zurückhaltender oder alter Hund

ruhige, ältere Katze

lebhafter, aktiver Hund

selbstbewusste Katze, nicht zu scheu und ängstlich

  • Bringen Sie die Katze in einem für sie hergerichteten Raum (Katzentoilette, Wasser- und Futterschale, Spielzeug), und gehen Sie mit Ihrem Hund nach draußen zum Spielen.
  • Halten Sie die beiden solange getrennt bis die Katze den ersten Erkundungsgang in der neuen Umgebung hinter sich hat.
  • Lassen Sie der Katze genügend Zeit sich an ihr neues Zuhause gewöhnen, bevor Sie die Tiere zusammen bringen. - Ein Stress auf einmal ist genug!
  • Beim nächsten Schritt die Tiere zusammen zu bringen, füttern Sie die Tiere vorher - ein voller Magen macht ruhiger und zufriedener.
  • Lassen Sie den Hund nun herein, und geben Sie das Kommando "SITZ". Ist er sehr temperamentvoll, halten Sie ihn an der Leine, damit er die Katze nicht jagen kann. Die Katze wird sich neugierig nähern, jedoch sofort fliehen, sobald der Hund sich bewegt.
    Sorgen Sie lediglich dafür, dass Ihr Hund der Katze nicht hinterher rennen kann.
  • Wechseln Sie die Liegedecken alle 2 Tage, dann können sich die Tiere mit dem Geruch des anderen vertraut machen. Oder tauschen Sie die Handtücher aus, mit denen Sie die Tiere vorher abgerubbelt haben.
  • Vorausgesetzt, der Neuankömmling fühlt sich sicher genug, können Sie nach einigen Tagen die Räume für ca. 1 Stunde tauschen. Das hilft dem Hund sich an den Geruch der Katze zu gewöhnen und gibt der Katze die Chance, ihr gesamtes neues Zuhause zu erforschen.
  • Bei den ersten Begegnungen halten Sie Ihren Hund immer an der Leine. Gehen Sie ganz langsam aufeinander zu, mit längeren Pausen dazwischen, bis sie sich beschnuppern können. Loben Sie Ihren Hund überschwänglich, wenn er positiv auf die Katze reagiert. Ihr Hund wird aufs Höchste motiviert sein, Ihnen zu gefallen und die Katze akzeptieren.
  • Wiederholen Sie das täglich, bis sich die Abwehr gelegt hat. Erst dann die Tiere frei zusammen lassen. Der Katze sollte eine Fluchtmöglichkeit offen stehen (erhöhter Platz).
  • Lassen Sie Hund und Katze nicht allein, bis Sie sich absolut sicher sind, dass beide einander akzeptieren. Richten Sie der Katze einen erhöhten Platz ein, wo sie zur Sicherheit nach oben springen kann, außer Reichweite des Hundes.
  • Auch nach der Eingewöhnung sorgen Sie dafür, dass der Hund nicht ans Katzenklo kann. Einige Hunde finden großen Gefallen daran, Katzenkot zu fressen. Auch der Futternapf der Katze sollte für den Hund nicht erreichbar sein (erhöht).

In der Regel verstehen sich Katzen und Hunde - vorausgesetzt sie haben ihre unterschiedlichen Sprachen gelernt. So äußert ein Hund mit Schwanzwedeln freundliche Gefühle, während dies bei der Katze Verärgerung und Zorn bedeutet. Der Hund hebt die Pfote als freundschaftliche Geste. Für die Katze ist es eine ernst zu nehmende Drohung.

Katzen und Hunde leben am ehesten friedlich zusammen, wenn sie gemeinsam aufwachsen. Auf jeden Fall sollten ihre Persönlichkeiten zusammen passen.

Gehen Sie dennoch davon aus: Ein erwachsener Hund wird eine Katze im Allgemeinen jagen, und diese wird weglaufen oder sich verteidigen. Sind die beiden jedoch aneinander gewöhnt, betrachtet der Hund die Katze meistens als Mitglied des Rudels. Bevor es allerdings so weit ist, müssen Sie dafür sorgen, dass es bei der ersten Begegnung erst gar nicht zur Beutejagd kommt.

Vorbereitung:
  • Die Wichtigste Frage ist: Wie denkt/en Ihre Katzen/die Katze über einen Hund.
    Sind das Fluchtkatzen oder Angriffskatzen, Provokateure oder kann es sein, dass Sie einen Freigängern durch einen Hund in Flucht schlagen, also dass die Katze nicht mehr kommt?
    Beachten Sie auch positive Extremsituationen: Wie reagieren die Katze, wenn sie plötzlich von einem Hund stundenlang nass geschleckt werden? Oder wenn der Hund ihnen die Spielsachen stielt, weil er sie damit zum Spielen auffordern möchte?
  • Haben Sie sich ausreichend über die unterschiedlichen Körpersprachen informiert und können eingreifen und klären, wenn es Missverständnisse zwischen Hund und Katze gibt. Beziehungsweise: Sind Sie sich der Aufgabe bewusst, dass Sie klären müssen, weil es am Anfang nicht alles klappen kann? Denn: Die Körpersprache der Hunde ist anders als die der Katzen und kann zu ganz heftigen Missverständnissen führen. Und da verhält es sich manches Mal wie bei Menschen: Die einen lernen Fremdsprachen sehr leicht, die anderen nie.
  • Gewöhnen Sie Ihre Katze zuvor an die Laute eines Hundes, indem Sie ein paar Wochen lang mehrmals täglich (für kurze Intervalle) ein Band mit Hundegebell abspielen. Bei Freigängern ist dies besonders schwierig, sie kennen Hunde – und oft ist das bereits nicht positiv belegt.
    Beginnen Sie mit geringer Lautstärke und steigern Sie es allmählich. Schocken Sie die Katze nicht damit, dass man ihr irgendeinen befreundeten Hund zum Testen präsentiert, sondern überlegen Sie gut, welchen Hund sie einladen können, um herauszufinden, wie sie danach überhaupt auf Hunde reagieren wird.
  • Sie sollten die Futterstelle Ihrer Katze an erhöhter Stelle einrichten, damit sie während des Fressens nicht gestört werden kann. Wenn Sie dies tun, bevor der Hund kommt, helfen Sie Ihrer Katze, sich an den Platzwechsel unter friedlichen Bedingungen zu gewöhnen.
  • Sorgen Sie dafür, dass das Katzenklo für den Hund tabu ist. (Katzenklo mit Haube, erhöht aufstellen oder Gitter davor installieren, über das die Katze springen kann, der Hund aber nicht.)
  • Sorgen Sie dafür, dass die Katzenspielplätze und Hundespielplätze getrennt sind – überlegen Sie, wo die unterschiedlichen Schlafstätten sind und gewöhnen sie die Katze bereits daran.
Ankunft und Kennenlernen:
  • Und wenn dann der neue Hund im Zuhause angekommen ist, dann gilt es: GEDULD!
    Nicht Hund und Katze zusammen zwingen. Zeit geben, sich ausweichen lassen.
  • Halten Sie den Hund an der Leine, damit Sie ihn kontrollieren können. Sie können vielen der Anweisungen folgen, die auf der Seite "Eine Katze kommt zu einem Hund" genannt werden. Nur, statt beispielsweise die Katze in einem separaten Raum zu halten, müssen Sie den Hund anfangs wegsperren.

Obwohl ein neuer Hund (besonders ein Welpe) eine Menge Spaß bedeutet und viel Zeit beansprucht, vergessen Sie darüber Ihre Katze nicht. Sie wird gerade jetzt viel Aufmerksamkeit und jede Menge Streicheleinheiten benötigen, damit sie sich nicht vernachlässigt fühlt.

 Lassen Sie Katze und Hund niemals unbeaufsichtigt, bis Sie sich ganz sicher sind, dass die beiden einander völlig akzeptieren.Viele erfahrene Hunde- und Katzenliebhaber, Profis in diesen Dingen also, trennen, wenn sie gehen und die Fellgesichter alleine lassen müssen, auch ihre Hunde und Katzen grundsätzlich räumlich, auch wenn die Hunde, die bei ihnen und den Katzen aufgewachsen sind. Das ist schon alleine eine wichtige Information und die richtige Vorgehensweise zum Schutz der Schwächeren, wer auch immer in dieser Konstallation der Schwächere sein mag.


 

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